Was heißt Click and Meet

Seit einigen Tagen ist „Click and Meet“ in aller Munde und wir haben uns gefragt, woher dieser Begriff eigentlich kommt und wieso er verwendet wird.

Der Vorgänger hieß Click and Collect

Click and Collect, zu Deutsch „klicken und abholen“, wird als Begriff schon länger verwendet und wird generell oft genutzt, wenn Produkte online zur Abholung in eine Filiale bzw. ein Geschäft bestellt werden können. Oft fallen für Endkunden hierbei keine Versandkosten an, was für Kunden in der Nähe einer Filiale sehr praktisch ist.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie tauchte der Begriff deutlich häufiger auf. Viele Händler und Geschäfte wollten während der Lockdowns zumindest diesen Service anbieten, um wenigstens auf diesem Weg etwas Umsatz zu generieren. Die einzelnen Regelungen hierzu variierten von Bundesland zu Bundesland. Teilweise durften bspw. Baumärkte Click and Collect anbieten, Einzelhändler, wie Mode-Boutiquen aber nicht.

Mit der Brille des Verbrauchers hoffe ich, dass die Lösungen für die Click and Collect-Angebote nachhaltig waren und dieser Service von vielen Händlern auch weiterhin als zusätzlicher Kanal angeboten werden kann. Es gibt genügend aufgrund von schlechten Erfahrungen mit Versanddienstleistern und der Paketzustellung frustrierte Kunden, die lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und dafür das Produkt flexibel abholen können, um es direkt in den Händen zu halten. Für kleinere Geschäfte im Einzelhandel, die über keinen Online-Shop mit erweitertem Sortiment oder ein Filialnetz verfügen, bietet ein Click and Collect-Modell bei normalisierten Öffnungsbedingungen natürlich keine Rolle mehr.

Bedeutung Click and Meet

Vermutlich hat sich aus dem für viele gängig gewordenen Click and Collect einfach die nächste Stufe Click and Meet entwickelt. Schnell musste auch in der Presse ein Begriff her, der diese Evolution widerspiegelt und verständlich ist.

Wir finden Click and Meet nicht ganz optimal – irgendwie fehlt da doch das „Einkaufen“, oder? Terminshopping wäre eine weitere Kreation, die etwas besser passt und in manchem Text auch schon verwendet wurde.

Lasst uns einen Blick auf Google Trends werfen, denn dort wird sofort deutlich, dass Click and Meet der Begriff ist, der sich durchgesetzt hat.

Click and Meet im Trend

Hier wird das Interesse für „Click and Collect“ im zeitlichen Verlauf der letzten 12 Monate angezeigt. Datenquelle: Google Trends (https://www.google.com/trends)

Wie im Schaubild ersichtlich, war der Begriff im ersten Lockdown im März noch von geringerem Interesse. Google-Nutzer haben zwar schon deutlich öfter nach diesem Begriff gesucht, jedoch war das Thema im anschließenden Sommer kaum mehr relevant. Das ist so auch nachvollziehbar, schließlich hatten die Geschäfte wieder normal geöffnet. Mit den weiteren Lockdowns und Geschäftsschließungen in Kombination mit dem Weihnachtsgeschäft ist das Interesse an diesem Thema regelrecht explodiert und erreichte nach Weihnachten im Januar und Februar neue Höhepunkte. Momentan wird nach Click and Collect wieder etwas weniger gesucht, doch das Level ist nach wie vor konstant hoch.

Nun wird es besonders interessant, wenn wir das mit dem Auszug zum Thema Click and Meet kombinieren.

Hier wird das Interesse für „Click and Meet“ im zeitlichen Verlauf der letzten 12 Monate angezeigt. Datenquelle: Google Trends (https://www.google.com/trends)

Der besseren Vergleichbarkeit wegen haben wir „Click and Collect“ (blau) und „Click and Meet“ direkt in Google Trends miteinander verglichen. Beachtlich, dass es für Click and Meet erst in der letzten Februarwoche einen Anstieg gab. Vorher war das Thema quasi nicht existent – zumindest bei den Google-Nutzern. Der gestrichelte Teil der roten Linie signalisiert, dass diese Daten noch nicht 100% aktuell sind. Trotzdem sind hier die Anfragen zum Thema innerhalb kürzester Zeit explodiert und besonders im Verhältnis zu Click and Collect fast drei Mal so hoch.

Click and Meet Ablauf

Im Prinzip steht Click and Meet für den folgenden Prozess

  1. Kunde vereinbart Termin im Geschäft.
  2. Kunde erscheint am vereinbarten Tag zur vereinbarten Uhrzeit.
  3. Das Geschäft prüft kurz, ob der Besucher einen Termin hat und
  4. gewährt dem Kunden zutritt, wenn die Kontaktdaten erfasst wurden.
  5. Der Kunde darf i.d.R. zwischen 30-60 Minuten im Geschäft verweilen.
  6. Schließlich verlässt der Kunde das Geschäft wieder – hoffentlich mit Einkäufen.

Es gibt heute zahlreiche Varianten dieses Ablaufs und vor allem die Art und Weise der Terminbuchung durch den Kunden unterscheidet sich. Am komfortabelsten gestaltet sich für den Kunden die Online-Terminbuchung, da sie nicht an Erreichbarkeit zur Terminvereinbarung gekoppelt ist. Auch für Einzelhändler bietet eine solche Click and Meet Software viele Vorteile.

Außerdem gibt es ganz andere Ansätze, wie z.B. praktiziert bei Breuninger. Dort bucht der Kunde einen Termin am Eingang und kann diesen im Anschluss direkt wahrnehmen. So bietet man natürlich größtmögliche Flexibilität. Wichtig ist aber auch hier die konforme Erfassung der Kontaktdaten und die Begrenzung der Personen in Abhängigkeit der m² der Verkaufsfläche.

Wir sind gespannt, wie sich dieses Thema weiterentwickelt und hoffen, dass sich der auf Seite des Einzelhandels betriebene Aufwand zum Ermöglichen unserer Einkaufserlebnisse sich lohnt.

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